An der Nadel

Strickpartys in der U-Bahn, Stitch’n Bitch-Foren im Internet – Stricken ist plötzlich cool. Auch Männer trauen sich wieder ran. War ja ursprünglich sowieso ihr Ding

Keine reine Frauensache: Auch Männer haben Lust zu stricken 

Wer als Laie einmal versucht hat,eine Strickanleitung zu lesen, wusste es schon immer: "1. R: re. 2. R: re. 3. R: Randm, * 1 M re, 1 M tief" – Stricken ist etwa so komplex wie höhere Mathematik oder der Quellcode für das neue Linux-Betriebssystem und damit wie geschaffen für Männer.

Diese Komplexität scheint derzeit wieder den Zeitgeist zu treffen. Nachdem Stricken jahrzehntelang als Hobby für Großmütter galt, in etwa so cool wie eine Scheibe Graubrot, erlebt die Handarbeit derzeit unter lässigen Großstadtbewohnern eine ungeahnte Renaissance. Wer in Großbritannien und den USA etwas auf sich hält, muss nicht nur den Yoga- und Pilateskurs belegen, sondern auf dem Weg dorthin in den öffentlichen Verkehrsmitteln stricken. Fast jede Universität hat in diesen Ländern einen eigenen Strickclub, junge Menschen treffen sich zu Strickpartys und stricken in der U-Bahn – und nach Jahrhunderten der Frauendominanz trauen sich auch Männer wieder aus der  Deckung und an die Nadeln.


Im Grunde treten sie nur das Erbe ihrer Vorväter an. Denn Frauen, dieses von Komplexität rasch überforderte Geschlecht, haben die überragende Kulturtechnik erst im 19. Jahrhundert erlernt. Über die tatsächlichen Ursprünge des Strickens ist sich die Wissenschaft uneins, vermutlich geht die Technik aber auf Fischer zurück, die so ihre Netze knüpften. Auch im Mittelalter, als Stricken noch echtes Handwerk war, wurden zur sechsjährigen Ausbildung nur echte Kerle zugelassen. Frauen hätten sich womöglich an den spitzen Nadeln verletzt.

Die Abgeordneten, die dann in den achtziger Jahren strickend im Bundestag saßen, waren allerdings wieder Frauen, genauso wie die Studentinnen, die es ihnen in den Hörsälen gleichtaten. Gestricktes war damals die Uniform der Atomkraftgegner – mit fragwürdigen ästhetischen Ergebnissen. Es hat über zwei Jahrzehnte gedauert, bis sich das Stricken von diesem Image-Desaster erholt hat. Jetzt scheint der Schock aber verwunden. Stricken ist wieder schön.

Der aktuelle Stricktrend aus den USA kommt nicht allein. Dort wird seit einigen Jahren nicht nur mit Begeisterung wieder gestrickt, sondern alles Mögliche gehäkelt, genäht, gedruckt, gebastelt und angemischt. Do-it-Yourself heißt die Bewegung, die Anfang der neunziger Jahre von den "Riot Grrrls" ausgerufen wurde, einer neuen Generation feministisch denkender junger Frauen: Konsumier dich nicht glücklich – mach es selbst! Sie gründeten nicht nur eigene Bands und Magazine, sondern versahen auch tantenhafte Handarbeitstechniken mit einer Punk-Attitüde, bis sie unter jungen Frauen wieder mehrheitsfähig wurden.

Debbie Stoller, die Gründerin des feministischen Frauenmagazins Bust und ein Star der Strickszene, schreibt in der Einleitung zu ihrem Buch Stitch’n Bitch: "Indem Frauen diese altmodische Technik wieder für sich beanspruchen, rebellieren sie gegen eine Kultur, die nur das Glatte, das Massenproduzierte, das Männliche anerkennt." Die vormals als antifeministisch verpönte Handarbeit wurde zum liebsten Hobby der jungen   Dritte-Welle-Feministinnen.

Stricken ist mehr als ein nettes Hobby. Es ist – wie schon in den Achtzigern – eine politische Haltung. Und die kann man auf die Straße tragen, selbst wenn die selbst gemachten Pullis keiner anziehen will. Knitta Please begann 2005 in Houston mit einigen verunglückten Pullovern, die nicht fertig werden wollten. Zwei frustrierte Strickerinnen beschlossen, ihre halb fertigen Pulloverärmel und Schals heimlich um Ampelanlagen oder Straßenschilder zu wickeln, als gestricktes Graffito, als Intervention im öffentlichen Raum. Mittlerweile hat die Strickguerilla Mitglieder auf der ganzen Welt.


Das Web 2.0 befeuert den Strickboom: In unzähligen Blogs und Podcasts berät sich die globale Strickgemeinschaft gegenseitig bei der Wahl von Mustern und Wollsorten oder verabredet sich zum gemeinsamen Stricken im Café. Die im vergangenen Jahr neu gegründete Handarbeits-Community ravelry.com, in der Nutzer ihre Projekte ordnen und  anderen zeigen können, hat mittlerweile mehr als 200.000 registrierte Mitglieder.

Und die Männer? Nachdem Menschen jahrzehntelang für schwul gehalten wurden, wenn sie sowohl Stricknadeln als auch Hoden besaßen, eignen sich junge Großstadtbewohner diese urmännliche Technik heute wieder an. Männergruppen in New York treffen sich bei Bier und Hotdogs, um Bikinis für ihre Freundinnen zu stricken. Auch der Londoner Cast Off Knitting Club for Boys and Girls hält, was er verspricht, und zählt in seinen Reihen neben den Girls auch einige Boys. Im Club werden übrigens nicht Schals und Leibchen, sondern Burger, Müslischalen oder Zigaretten gestrickt. Man muss sich ja nicht unbedingt für Anziehsachen interessieren, bloß weil man gerne strickt.  MascuKnitity zum Beispiel, Mitglied bei Knitta Please, strickt für seine weniger begabten männlichen Freunde gerne Bierwärmer.

Quelle: ZEIT Campus Nr. 1/2009

Die heilsame Kraft der Maschen  

Was unsere Großmütter noch nicht wussten, ist heute wissenschaftlich erwiesen: Stricken ist gesund für Körper und Geist. Die lange Zeit als altbacken abgestempelte Handarbeit hat eine Reihe positiver Effekte: Stricken senkt den Blutdruck, baut Stress ab, stärkt Selbstvertrauen, Kreativität und logisches Denken.

Seit im Jahr 2004 die Strickwelle über den großen Teich geschwappt ist, liegt die Arbeit mit Maschen auch hierzulande wieder voll im Trend. Vor allem in Großstädten ist das einst belächelte Hobby beliebt.

Immer mehr Strickcafés und Wollläden in Szenebezirken, Internet-Communities sowie Stricktreffen an öffentlichen Plätzen offenbaren die Neuentdeckung einer jahrtausendealten Tradition. Die Liebe zu Nadel und Faden ist mehr als eine austauschbare und kurzlebige Lifestyle-Masche. Darüber herrscht Einigkeit.

Besser als Meditation

"Die Arbeit mit Wolle beseitigt Stress", erklärt Dr. Herbert Benson von der Harvard Medical School in seinem Buch "The Relaxation Response". Und stressig ist das Leben besonders in den Großstädten, wo der Trend am stärksten floriert. "Genau wie Meditation oder Beten ermöglicht Stricken die passive Freisetzung abschweifender Gedanken", so Benson.

Und während Meditation gelegentlich zu Depression führe, habe Stricken keinerlei Nebenwirkungen. "Die rhythmische und monotone Qualität des Strickens, zusammen mit dem Klicken der Stricknadeln, ähnelt einem beruhigenden Mantra. Die Gedanken können lose umher schweifen, während sich der Verstand auf die Strickarbeit konzentriert." Psychologen bezeichnen Stricken deshalb als das neue Yoga.

Stricken auf Rezept

In den USA empfehlen Ärzte inzwischen schwerkranken Patienten die Arbeit mit der Nadel, bevor sie Antidepressiva verordnen. Das New Yorker Cabrini Medical Center rät Patienten, die beschwerliche Behandlungen durchstehen müssen, zur Handarbeit.

Stricken gehöre neben Nähen und Malen zu den Tätigkeiten, bei denen sich Patienten trotz ihrer Schmerzen "wieder als Menschen fühlen" könnten, glaubt die Krankenschwester Helen Carrier. Wer das erste selbst gefertigte Stück in den Händen hält, wird vom Belohnungszentrum im Gehirn mit Glückshormonen überschwemmt.

Deswegen kommt auch der New Yorker Rentner und ehemalige Krebspatient Owen Fisher nicht mehr los vom Stricken. Während seiner Chemotherapie 1997 fand er Ablenkung und Trost bei der Nadelarbeit: "Seitdem habe ich nie aufgehört zu stricken." In einem Strickcafé hat Fischer Anschluss gefunden und fühlt sich dort mittlerweile wie zuhause: "Ich lebe praktisch hier."

Training fürs Gehirn

Stricken ist nicht nur Balsam für die Seele: Es ist auch Training fürs Gehirn, da beide Hirnhälften beansprucht werden. Neben manueller Koordinationsfähigkeit sind die Talente eines Managers gefordert: gestalterische Ideen und schnelle Problemlösungen.

Schon beim Befolgen von unter Laien und Anfängern als unlesbar geltenden Strickanleitungen kommt es auf Vorstellungskraft und Logik an: "1 Randm., 3 M. re., * 3 M. auf einer Hilfsnadel vor die Arbeit legen, 3 M. re., die M. der Hilfsnadel re., ab * fortlf. wiederholen. Die Reihe endet mit 3 M. re., 1 Randm." Wem geht da sofort ein Licht auf? Ein kleiner Tipp: M steht für "Masche".

Ausstieg aus der Konsumwelt

Hängt es nur mit einer ganzheitlichen Gesundheitswelle zusammen, dass sich immer mehr Menschen in ihrer Freizeit für die Arbeit mit der Masche entscheiden? Anthropologen verneinen das.

Stricken ist heute Ausdruck von Individualität und radikales Gegenkonzept zur Massenware à la H&M und IKEA. Laut Anthropologin Paige West von der Columbia University erfüllen sich Menschen beim Stricken den Wunsch, etwas Eigenes, von A bis Z selbst Produziertes zu schaffen. Wer strickt, bricht aus dem  Konsumenten-Dasein aus. Wests Fazit: Durchs Stricken bekommt der moderne Mensch wieder einen Bezug zu seiner Arbeit und empfindet etwas heutzutage Seltenes: "Werkstolz". Entfremdung, einfach weggestrickt!

Die Rückbesinnung auf das "einfache Handwerk" ist nicht neu. Schon die industriekritischen Künstler der englischen Arts&Crafts Bewegung (1860 bis 1910) hatten sich in Abkehr zur genormten Massenfertigung dem handgefertigten Unikat verschrieben.

Nur eine "coole" Masche?

Strick-Fans sehen sich dennoch mit Spott konfrontiert: Nur eine Modeerscheinung sei es, die es gelangweilten Großstädtern erlaube, sich abzuheben, "cool" zu sein. Vielleicht spielt Eitelkeit tatsächlich eine Rolle. Doch zumindest einmal sollten Zweifler eine selber gestrickte Mütze in den Händen halten, um wirklich mitreden zu können.

  

Geschichtliches zum Stricken

Die Ursprünge des Strickens sind bis heute ungewiss. Stämme aus Kleinasien trugen schon 1.900 v. Chr. Vorläufer der Stricksocke an den Füßen. Wahrscheinlich ist das Stricken aus der Netzarbeit - dem Verknoten von Fäden - und später, der Nadelarbeit - dem Verschlingen der Fäden mit Hilfe einer Nadel - hervorgegangen. Im Unterschied zu beiden Vorstufen werden jetzt zwei Nadeln benutzt. In der Antike fand das Stricken vor allem Anwendung bei der Herstellung von Theaterkostümen.

Nachdem das Stricken etwas in Vergessenheit geriet, reimportierten es wahrscheinlich die Mauren nach Europa, genauer gesagt nach Spanien: Erhalten sind Kissenbezüge aus dem späten 13. Jahrhundert, die in Gräbern der kastilischen Königsfamilie gefunden wurden.

Im Hochmittelalter prägt das Stricken immer mehr die Hausarbeit der Frauen. Das Rundstricken mit vier oder fünf Nadeln stammt aus dieser Zeit. In Italien verbreitete sich das Tragen von Stricksocken. Aber auch Henry IV. von England soll überzeugter Stricksockenträger gewesen sein.

Das Handstricken entwickelte sich im Hoch- und Spätmittelalter zu einem anerkannten Handwerk. Daher gibt es deutlich mehr Strickfunde aus dieser Zeit. Das gewerbliche Stricken entstand im 13. Jahrhundert in Paris. Zunächst nicht sehr hoch in der Hierarchie der Handwerke angesiedelt, schaffte es bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts den Aufstieg zu einer der wichtigsten Handwerkergilden.

Im Jahr 1600 wurden erstmalig in Deutschland die "Nürnberger Hosen- und Strumpfstricker" urkundlich erwähnt. Männer und Frauen strickten gleichermaßen. Diese rasche Aufwertung der Handarbeit könnte zusammenhängen mit der wachsenden Nachfrage nach möglichst körperbetonten Beinkleidern in der Männermode.

1598 baute der englische Pfarrer William Lee eine Handkuliermaschine, mit der Strümpfe maschinell sechsmal schneller als per Hand gestrickt werden konnten. Königin Elizabeth I. war sich schnell der möglichen Folgen bewusst: Sie verbot die Maschine, um die Arbeitsplätze der Handstricker zu schützen. Lee verließ daraufhin die Heimat und ging nach Rouen in Frankreich, wo er seine Erfindung erfolgreich vermarkten konnte. Lees Strickmaschine gilt als Vorbote der Mechanisierung im Textilgewerbe, die Ende des 18. Jahrhunderts die industrielle Revolution einläutete.

Strickanleitung: einfache Mütze

Schnell gemacht und unkompliziert - Mützenstricken ist für Anfänger eine gute Alternative zum Schal, dessen Fertigstellung mehrere Monate dauern kann. Hier der Versuch einer verständlichen Strickanleitung:

Erster Schritt ist, den Kopfumfang des potentiellen Trägers zu messen. Von der ermittelten Länge zwei Zentimeter abziehen und die entsprechende Anzahl an Maschen auf ein Nadelspiel oder eine Rundnadel aufnehmen. (Achtung: die Anzahl der Maschen muss durch vier teilbar sein!)

Nun wird das Bündchenmuster im Kreis gestrickt: zwei Maschen links, zwei rechts. Je nach Geschmack bis in drei bis sechs Zentimeter Höhe. Danach wird glatt rechts bis zu einer Gesamthöhe von ungefähr 17 Zentimetern gestrickt - am besten sollte die unfertige Mütze zwischendurch anprobiert werden, um die Höhe besser einzuschätzen.

Nun ist der Moment gekommen, Abnahmen zu machen, um den Mützenzipfel zu fertigen. Die Maschenzahl wird durch vier geteilt und dann werden in jeder zweiten Runde immer zwei Maschen - im Abstand des errechneten Werts - zusammengestrickt. (Beispiel: bei 40 Maschen geteilt durch 4, ist aller 10 Maschen eine Abnahme fällig).

Nach zwei dieser Abnahmerunden verringert man den Abnahmeabstand um jeweils eine Masche und nimmt in jeder Runde ab bis ungefähr noch ein Fünftel der Maschen übrig bleibt. Jetzt wird der Arbeitsfaden abgeschnitten und mit einer Wollnadel in Strickrichtung durch die Restmaschen und nach innen festgezogen. Zum Schluss muss er nur noch vernäht werden. - Fertig!

Quelle: MDR LexiTV

Tipps & Tricks

Download PDF zum ausdrucken ( Quelle: Lang Yarns Homepage)

Stricktipps und Tricks
allgemein_d.pdf (111.76KB)
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Kurzes Video Wollproduktion bei Filatura Di Grosa

Verschiedene Wollarten

Welche Wolle eignet sich für was?

   

Synthetische Wolle

Diese Art der Wolle ist die günstigste.

Sie besteht meist aus Acryl, Polyacryl, Nylon, Polyester oder künstlicher Seide.

Gut geeignet ist diese Wolle für Deko, Accessoires o.ä., also alles was man benutzt oder anschaut, weniger zum Tragen.

Nicht alle mögen jedoch diesen Stoff auf der Haut, da er nun mal aus Plastik besteht.

Deshalb empfehle ich dieses Garn eher für Sachen, die man nicht an der Haut trägt oder an solchen Stellen, die nicht empfindlich sind.

   

Vorteile: günstig, formstabil, bunt, wasserabweisend, schwer entflammbar, reißfest, kann in der Waschmaschine gewaschen werden

Nachteile: waschbar bei max. 30°C, Hautverträglichkeit

Wolle mit hohem Anteil an Naturstoffen

Solche Wolle beinhaltet einen hohen Anteil an Baumwolle, Schurwolle, Mohair, Angora, usw.

Sie lässt sich sehr gut verarbeiten und hat eine flexible Form, sodass Kleidungsstücke nicht steif wirken.

Wolle aus natürlichen Stoffen fühlt sich meist sehr schön und geschmeidig an der Haut an.

 Vorteile: atmungsaktiv, wärmend im Winter und kühlend im Sommer, nimmt Schweißgeruch weniger an, leicht

Nachteile: geringe Stabilität und Haltbarkeit, schmackhaft für Motten, evtl. kratzig bei Schurwolle

Kleidungsstücke aus Naturgarnen sollten statt gewaschen zu werden eher gelüftet werden. Also raus auf den Balkon oder die Terrasse über Nacht und am nächsten Morgen sollten Sie wieder ein frisches Kleidungsstück haben.

Bei Verschmutzungen bitte nur mit der Hand und sehr vorsichtig waschen bei max. 30°C. Ein spezielles Wollwaschmittle sollte hinzugezogen werden, nicht auswringen, rubbeln oder reiben. Einige Minuten mit dem Waschmittel einweichen und schnell ausspülen. Das Spülwasser sollte die gleiche Temperatur haben.

Im Handtuch leicht die Feuchtigkeit ausdrücken.

Kleidungsstücke liegend im Haus trocknen lassen, am besten auf einem großen Handtuch. Niemals aufhängen.

Bei der Lagerung vor Motten schützen.

Gemischte Wolle

Solche Wolle beinhaltet sowohl Anteile von synthetischen Stoffen, als auch von natürlichen.

Die Eigenschaften werden so kombiniert, dass die Vorteile von beiden Seiten ausgenutzt werden können.

 So kann ein Mischgarn sich weich anfühlen und trotzdem stabil und wasserabweisend sein.

Mischwolle bietet meist ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, wenn man schöne und langlebige Sachen herstellen möchte.

  

Gibt es spezielle Wolle für Stricken oder für Häkeln?

 

Die Hersteller unterscheiden oft zwischen Strick- und Häkelgarn und benennen diese auch dementsprechend.

Man kann jede Wolle für Handarbeiten nehmen, es ist vollkommen egal.

       

Wenn ich Socken häkeln / stricken möchte, muss ich das spezielle Sockengarn nehmen oder kann ich auch normale Wolle nehmen?

 

Man muss nicht die spezielle Wolle kaufen, selbstverständlich kann man auch mit jedem anderen Garn Socken machen.

 

Besonders toll in der kalten Jahreszeit eignet sich dicke oder flauschige Wolle, da man mit diesem Garn sehr schöne und warme Socken kreieren kann.

 

Spezielles Sockengarn sollte man verwenden, wenn man die Socken als normal anziehen möchte und in Schuhen trägt.

Sockengarn ist stabil und läuft sich nicht so schnell durch.

 

Sockengarn beinhaltet 75% Schurwolle und 25% Polyacryl.

Wenn man günstigere Wolle findet, die die gleichen Garnanteile besitzt, kann man diese selbstverständlich genauso als Sockengarn einsetzen.



Alpaka

 

Alpaka Wolle kommt von dem Alpaka-Kamel aus den Anden.

Die Wolle soll 5 Mal wärmer sein als Schurwolle und für Allergiker geeignet sein, da es kein Lanolin enthält.

Alpaka soll sich noch weicher anfühlen, als Merinowolle und sie soll kein Pillingeffekt aufweisen.

 

Aus diesem Garn kann nahezu alles gefertigt werden.

     

Angora

 

Angorawolle kommt vom Angorakaninchen und zählt zu den weichsten Wollsorten.

Diese Kaninchen werden selten gezüchtet, so ist die Wolle meist viel teurer, als übliches Garn.

Diese Wolle ist sehr leicht, einfach zu verarbeiten, haart jedoch sehr.

Viele Kontaktlinsenträger oder Allergiker haben beim Tragen und beim Verarbeiten von Kleidunsstücken Probleme.

 

Angora Wolle sollte nicht gebürstet werden, die Häärchen stellen sich ganz alleine durch die Körperwärme auf oder man steckt das Kleidungsstück vorher in eine Plastiktüte und schüttelt diese.

 

Bitte Sonneneinstrahlung vermeiden.

   

Baumwolle

 

Dieses pflanzliche Garn werden die meisten von euch kennen. Es wird industriell hergestellt, ist sehr strapazierfähig und besonders gut für Topflappen geeignet.

 

Baumwolle ist sehr saugfähig und nimmt sowohl Wasser, als auch Öl auf und kann dies wieder abgeben.

Es hat ein geringes Allergiepotential und ist hitzebeständig.

 

Man kann es bei hohen Temperaturen (kochfest) in der Waschmaschine reinigen.

Baumwolle kann nicht gefilzt werden.

 

Das Garn wird meist für Kleidungsstücke der wärmeren Jahrestage genutzt.

   

Cashmere

 

Ein hochwertiges und angenehmes Garn, das von der Cashmere-Ziege gewonnen wird. Es wird aus der Unterwolle rausgekämmt und ist sehr weich und fein.

 

Da dieses Garn sehr teuer ist, wird es häufig als Mischgarn angeboten.

Das Garn kann nach der Verarbeitung gebürstet werden.

     

Lammwolle

 

Auch Jährlingswolle, Erstlingswolle oder lambswool.

Hierbei handelt es sich um Schurwolle, jedoch von max. 12 Monate alten Schafen.

Die Wolle ist noch fein und empfindlich, da sie noch nicht abgerundet ist.

 

Man verwendet dieses Garn für etwas edlere Handarbeiten.

     

Merino

 

Diese Wolle stammt vom Merinoschaf und zählt zu den edelsten Schafswollsorten.

 

Das Gewebe ist sehr dicht und soll das 3fache an Feuchtugkeit speichern können im Vergleich zu Schurwolle.

Die Merino Wolle kratzt deutlicher weniger auf der Haut und wärmt sogar im nassen Zustand. Sie ist geruchsneutral, auch nach mehrmaligem Tragen.

     

Mohair

 

Dieses Garn wird von der Angora-Ziege gewonnen.

Es zählt als das leichteste Garn.

Mohair wird in Altersstufen eingeteilt, je nachdem in welchem Alter die Ziege geschoren wurde.

So gibt es z.B. Kid Mohair, Young Goat Mohair und Adult Mohair.

Kid ist hierbei das jüngste Garn und somit das feinste.

 

Mohair Handarbeiten können gebürstet werden.

 

Wenn sich kleine Knötchen bilden, sollten diese ganz sorgfältig rausgebürstet werden.

   

Schurwolle

 

Diese Wolle werden ebenfalls viele kennen, da es sehr verbreitet ist und gute Eigenschaften mitbringt.

Schurwolle kommt vom lebenden "normalen" Schaf. Sie ist schmutzabweisend, der Schmutz bleibt also nur oberflächlich haften und sie ist geruchsneutral, nimmt also den Schweißgeruch nicht an.

Hier kann man den Schmutz durch Ausschütteln und Lüften beseitigen.

 

Bei größeren Verschmutzungen die Reinigungs-Hinweise zu Naturgarnen (siehe oben) beachten.

 

Das Garn wirkt wärmend im Winter und kühlend im Sommer, da es Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und wieder abgeben kann.

Schurwolle ist knitterarm, da es elastisch ist.

 

Unverarbeitet fühlt sich die Wolle meistens kratzig an.


Wichtige Informationen zur Pflege von Wolltextilien   


  Das richtige Waschmittel  Voll- und Colorwaschmittel können die Wollfasern schädigen. Sie sind durch ihre Zusammensetzung für Wolle gänzlich ungeeignet.

Durch ihre Enzyme können die Wollfasern aufgespalten und sogar   völlig zerstört werden. Durch das aufquellen der Wollfasern verliert die Kleidung ihre Form, es bilden sich Knötchen und die Fasern verfilzen.  Ganz wichtig, nur spezielle Wollwaschmittel verwenden, da diese einen neutralen pH-Wert haben und besonders schonend für die Fasern sind.

Auf gar keinen Fall Weichspüler verwenden, dieser sollte auch nicht im Wollwaschmittel enthalten sein.     Vorsicht auch bei der Handwäsche:  Um hier Fehler zu vermeiden, nur lauwarmes Wasser verwenden und nicht zu stark kneten und wringen, denn auch das kann die Fasern schädigen, sie können einlaufen oder verfilzen.

Waschen in der Maschine:  Wenn es vom Hersteller empfohlen, dann ist die Pflege in der Maschine empfehlenswert. Im Wollwaschgang wir die Kleidung schonend und ohne mechanische Beanspruchung gepflegt.  Achten Sie daraus, dass die Trommel nur max. bis zu einem Viertel gefüllt ist.

Bei Kashmir generell das Handwaschprogramm und kaltes Wasser wählen.   

  Richtiges Trocknen  Grundsätzlich gilt hierfür: Die nassen Kleidungsstücke in ein Frottierhandtuch einrollen und sanft ausdrücken. Nie aufhängen und auch nicht auf der Heizung trocknen. Textilien aus Wolle sollten liegend  auf einem Handtuch ohne direkte Sonneneinstrahlung getrocknet werden.


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